Heinrich Kling: Freudenthal. Ein schwäbisches Dorf. Die Alltagsgeschichte 1664 1936 im Spiegel historischer Dokumente. Stark, Erdmannshausen, 1991. Zweiter Teil, S. 540.

Freudenthal actum den 1. Febr. 1780

Inventarium des Herrn Johann Jeremias Schwarz dermaliger Schulmeister und seiner Ehefrau Maria Johanna Gottliebin, Georg Friedrich Reinholden vieljährig gewesener Schulmeister dahier eheliche Tochter.
 

Mannsbeibringen
 
Liegenschaften 3 Äckher - 1 Weinberg auf Vaihinger Markung 318 f
Paar Geldt was er ledigen Standes erspart 300 f
Kleinoden 1 goldenen Ring (8 f) 1 silberne Schnallen Garnitur (10 f) 1 silberne Halsschnallen (2 f) 1 silb. Löffel (3 f) 1 paar Hemdknöpf (1 f 40) 1 spanisch Rohr mit Silber beschlagen (3 f) 27 f 40x
Bücher Schmolkens Schriften in 3 Theil, 1 Rechenbuch, Hillers Confirmationsbüchlein, 1 alte Bibel, würt. Gesangbuch, 1 Seizers Predigtbuch 1 Bischoffs Erklärung über die Kinderlehr, 1 Zobels Raisbuch, 1 Vocobularium, 1 Collegium, 1 Grammatic 10 f

 

Manns Kleider 1 neuen Castor Huth, 2 weise Halsbändlen, 1 roth seiden Halstuch, 1 schwarz tuchen Rock und Camisohl 2 blau tüchen Rock, 1 schwarz tüchen Camisohl 1 blau tüchen Überrock 1 neu weis gesteint barchetes Wamms 1 weis ausgenehtes Leiblen 1 par neue bocklederne Hosen 1 par mittelm dto, 2 mittelmäßige Hüth, 3 baumwollene Kappen, 1 Budelkappen, 1 neu flächsen Oberhemd, 6 älter dito, 6 neue Unterhemden 2 paar wollene Strümpf, 2 paar leinen dito 1 paar seiden Strümpf, 2 paar alte dito 3 leinen Schnupftücher 1 roth gesteintes Schnupftuch, 3 alte dito 1 paar Stiefel 1 paar schuh 1 paar dito alt 118 f
Zinngeschirr 1 Suppenschüßel, 1 Teller 1 f 36 x
Gemeiner Hausrath 1 Sattel, Zaum und Zugehördt  5 f
  Summa hat er an activa von der Mutter zu erwarten 276 f
  Summa ganzes Manns Beibringen  l063 f 17 x

 

Der Frauen Beibringen
 
Liegenschaft    
  Die Helffte von einer Behausung, Scheuren unten im Dorf, zwischen dem Pfarrhaus und Friedrich Weeber stoßend. Unter folgender Condition: So lang die Mutter des Schulmeisters Reinholden Wittib am Leben bleiben solle dieselbe die obere Stuben zu geniessen haben, nach deren Absterben oder wenn es dieser zu ihren Lebszeiten gefällig solte der Tochter

das obere Teil zufallen. Sie hat zu geniesen: die obere Stubenkammer, Kuchen und Speiskammer auf der Bühne die hintere Kammer gegen die Scheunen und so auch am Kazenlauf den hinteren Theil, hingegen den Keller, Stall und Scheunen, wie auch das Kämmerle am Stall helfftig. Das ganze Haus geschäzt auf 800 f.

 
  davon anteilig der untere Theil  450 f
  3 Äckher-2 Weinberg-1 Wiesen-1 Gartten  305 f
Fahrnus   226 f 40 x
darunter Kleinoden: 1 golden Ring (8 f), 1 paar silberne Ohrring (2 f 30), 1 Anhenkerle aus Ducat (5 f), 1000 gute Granaten, bei den Kleidern: 1 marter pelzen Schlüpfer, dagegen bei der Wohnungseinrichtung: Schreinerwerk, 1 Birnbaumener Tisch, 4 dergl. Stühl, 2 Thänn. Stühl 1 Kuchekasten, 1 Meel Truhen  
hinzu kommt 1 Kuh  25 f
  und 1 Taufzeug mit aller Zugehörd  2 f
  Summa Weibsbeibringen  981 f 40 x

Trotz einer Summa Summarum beeder Eheleute von 2042 f 57 x heirathen diese jungen Leute ohne ein Bett!