2.7. Selbststudium

Aufsätze für die Schulkonferenzen und die Lektüre als Mitglied einer Lesegesellschaft haben mit den Arbeitsformen eines Selbststudiums einiges gemeinsam; sie waren von den Verordnungen zwar gefordert und gefördert, waren aber nicht immer ein freiwilliger Akt.

Der Wandel in der Schule, insbesondere die Einführung neuer Unterrichtsfächer erzwang geradezu ein Selbststudium. Art und Umfang solcher Aktivitäten sind durch den Verlust der Personalpapiere schwer feststellbar. Einzelfunde können aber das Dunkel ein wenig lichtenLKA, DA Besigheim, Nr. 21 Rescriptenbuch für die deutsche Schule, 1787-1862, S. 113.:

Georg Leonh. Bartholmeß, geb. zu Bettenfeld in Baiern den 6. May 1798. Exam. im K. \ - 9. Mai 1817. Hat gelernt im Sem. in Eßlingen vom Jun 1814/17. Liest wirkl. Natorps Gesanglehre, hier angestellt seit 26. Aug 1817. Privatem.

Auch in der Literatur finden sich Anhaltspunkte. Vom mehrfach genannten Christian Konrad Reutter werden solche Aktivitäten berichtetNekrolog 1845, S. 159.:

In den Jahren ungeschwächter Kraft liebte er es, mit gleichgestimmten Freunden je und je eine Ferien-Reise in weitere Entfernung zu machen, wobei denn besonders auch Besuche fremder Schulen und Lehrer gemacht, und neue Erfahrungen und Ansichten gesammelt und ausgetauscht wurden.

Die Lehrer um Münsingen konnten einmal im Jahr das Thema des zu liefernden Aufsatzes selbst bestimmen. Durch diese Mischung von Freiheit und Pflicht ergab sich Möglichkeit und Notwendigkeit für die systematische Arbeit an einem ThemaLKA, DA Münsingen, Nr. 12 Schulkonferenz Protokollbuch, 1821-1866, S. 48..

Act. d. 13. Apr. 1831.

Aufgabe: der Wahl der Schullehrer überlaßen. . . .

In wiefern kann man sagen, der Standpunkt des Landschullehrers ist schwieriger, als mancher andere und wie hat sich ebendeßwegen derselbe zu benehmen? - Von Schullehrer Stooß von KleinEngstingen.

Von der nöthigen Belehrung über Verbrechen in Volksschulen. – Von Schullehrer Mollekopf zu Dottingen.

Woher kommt es, daß die Schulkinder das Auswendig gelernte so bald wieder vergessen? – Von Schullehrer Mayer in Dapfen.

Was bleiben bei den in unsern Landschulen eingeführten Lehrmitteln zu wünschen übrig? – Von Schulverweser Bauer zu Steingebronn.

Ueber Privatstudium der Schullehrer; über die Nothwendigkeit und planmäßige Einrichtung derselben und über die Schwierigkeit von beiden. – Von Schulamtsverweser Schmohl von OedenWaldstetten.

Insbesondere der letzte Aufsatz könnte wertvolle Informationen und Gesichtspunkte bringen.

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